Wüstentour von Marrakesch aus: 3-tägige Tour
Die Sahara regt die Phantasie aller an und ist Schauplatz vieler Märchen aus 1001 Nacht, und das überrascht kaum. Die Wüste ist atemberaubend schön und wunderbar geheimnisvoll! Während meiner Rundreise durch Marokko habe ich mich von Marrakesch aus für drei Tage in diese orangefarbene Ödnis begeben. In drei Tagen kann man zwar alle Highlights sehen, aber es ist auch eine unglaublich anstrengende Reise!
Wüstentour von Marrakesch aus in 3 Tagen
Von Marrakesch aus bin ich früh morgends in Richtung Sahara aufgebrochen. Du planst gerade selbst eine Wüstentour und willst wissen, was man auf keinen Fall verpassen darf? Oder willst du eine organisierte Wüstentour in Marokko buchen? Hier beschreibe ich meinen ausflug von A bis Z!
Optionen Wüstentour Marokko
Natürlich gibt es nicht nur eine Tour, die man von Marrakesch aus in die Sahara buchen kann. Es gibt viele Optionen, aber die meisten Ausflüge folgen einem ähnlichen Schema.
Von Marrakesch aus kann man eine Tagestour, einen 2-tägigen Ausflug, einen 3-tägigen Ausflug (was ich getan habe) oder eine 4-tägige Wüstentrekking buchen. Je länger man unterwegs ist, desto mehr kann man natürlich auch erleben.
Eine Tagestour lohnt sich meiner Meinung nach nicht, weil man dann nicht direkt in die Sahara fährt, sondern in eine kleinere Wüste. Hier kriegt man nicht wirklich Sandhügel zu Gesicht und hat auch nur sehr wenig Zeit, die Umgebung zu erkunden.
Auf einer zweitägigen Wüstentour geht es bereits in die Sahara, und man bekommt sehr viel zu sehen. Das Problem ist, dass alles sehr stressig ist. Und ich denke, das nimmt der Sahara und ihrer Umgebung den Zauber.
Ich selbst war mit meinem dreitägigen Ausflug in die Sahara sehr zufrieden. Auf dem Weg dorthin bekommt man viel zu sehen, man übernachtet in schönen Hotels und verbringt sogar eine Nacht in der Wüste. Ein Erlebnis, das man niemals wieder vergessen wird!
Eine viertägige Wüstentour aus Marrakesch kostet zwar etwas mehr, ist aber sicherlich auch keine schlechte Idee. Man kann noch mehr sehen und landet schließlich in Fez, einer meiner Lieblingsstädte in Marokko.
Vielleicht ist es auch wichtig zu wissen, dass man die Touren von GetYourGuide bis zu 24 Stunden im Voraus stornieren und sein ganzes Geld zurückbekommen kann. Man kann nie wissen!

Tagesabläufe während einen 3-tägigen Ausflug von Marrakesch in die Sahara
Tag 1:
Ausschlafen ist in dieser dreitägigen Wüstentour nicht inbegriffen! Um halb sechs wurde ich bereits vor dem berühmten Café de France auf dem zentralen Platz Djemaa el Fna erwartet. Dort holte mich ein komfortabler Van mit dreizehn anderen Abenteurern ab und nicht viel später begannen wir unsere lange Fahrt in Richtung der marokkanischen Wüste.
Aït-Ben-Haddou
Wir sind gar nicht mal so weit von Marrakesch entfernt, als wir bereits steile Berghänge nach oben fahren und uns durch enge Serpentinen schlängeln. Unten, im zarten Grün, gleiten die schönen Dörfer während unserer Fahrt im Van still an uns vorbei. Dieser Ausblick alleine lohnt sich schon!
Als wir den hohen Atlas beinahe durchquert hatten, kamen wir vollkommen durchgeschüttelt in Aït Ben-Haddou an. Der Name kam mir nicht bekannt vor, aber dieses einzigartige Dorf hat bereits als Kulisse für viele Hollywood-Blockbuster gedient! Von dem kargen Straßenbild aus zogen wir in eine ziemlich moderne Stadt ein, und sobald wir hinter den Häusern ankamen, konnten wir unseren Augen nicht mehr trauen. Aït Ben-Haddou ist eine schöne Stadt, die aus Schlamm und Stroh errichtet wurde. Unser Reiseleiter erzählte uns, dass die Stadt – unglücklicherweise – vom Aussterben bedroht ist, weil niemand mehr dort leben will. Es gibt keine Wasserversorgung oder Strom, weshalb nur noch eine Handvoll Familien übrig sind.
Mit unserem Reiseleiter wanderten wir eine Stunde lang durch die ausgetrockneten Lehmstraßen und genossen dabei einige schöne Ausblicke. Game of Thrones, Gladiator,… Viele Filme und Serien wurden hier gedreht und das überrascht mich bei diesem wunderbaren Ort kein Stück!
Ouarzazate: das Tor zur Sahara
Etwas weiter machten wir einen Halt in Ouarzazate. Dieser Ort ist auch als Tor zur Sahara von Marokko bekannt. Hier haben wir uns die Außenseite der Kasbah und die berühmten Filmstudios von Ouarzate angesehen. Leider hatten wir hier nicht viel Zeit und fuhren nur eine Viertelstunde später zu unserem Endziel für diesen Tag: Boumalne Dadès. Wieder fuhren wir entlang schöner gewundener Straßen und trockener Wüstenlandschaften.





Tag 2:
Nach einem gemütlichen Abendessen mit den anderen Reisenden begab ich mich direkt ins Bett, denn auch am zweiten Tag mussten wir wieder früh aufstehen, um am Abend noch vor Anbruch der Dunkelheit über die Dünen der Westsahara klettern zu können.
Tinghir und die Todra-Schlucht
Schnell fuhren wir entlang atemberaubender Landschaften zurück. Die trockene Region wich langsam Tälern mit vielen grünen und vor allem märchenhaften Dörfern, die hier und da auftauchten. Nach vielen weiteren Kilometern und Kurven wurden wir von unserem Reiseleiter in der Todra-Schlucht begrüßt. Eine Oase inmitten von… Nichts!
Ein strömender Fluss hat sich hier durch gigantische Felsformationen einen Weg gebahnt und dabei eine außergewöhnlich schöne, schattige Schlucht geschaffen.
Unser Reiseleiter führte uns in die umliegende Natur und ein kleines Dorf inmitten dieser Schönheit. Auch dieses herrliche Dorf zeichnet sich durch die orange-sandige Farbe der kühlen Häuser aus.


Merzouga und das Zeltlager in der Sahara
Von Tinghir aus dauerte es ein paar Stunden, bis wir in Merzouga ankamen. Ich dachte, dass die Umgebung, die ich heute und gestern gesehen hatte, bereits trocken war, aber dann musste ich feststellen, dass wir jetzt erst in der richtigen Wüste angekommen waren!
Sandige Ebenen mit hier und da einem Kaktus oder einer anderen Pflanze und einem Berber, der mit seinem umgewickelten Kopftuch inmitten eines Sandsturms spazieren ging. Jetzt waren wir wirklich in der Wüste von Marokko angekommen! Als wir die Sanddünen der Sahara sahen, konnten wir unsere Begeisterung nicht mehr verbergen. Wie eine Bande von Schulkindern liefen wir todesmutig die Hügel hinauf, stürzten uns wieder hinunter und genossen die herrliche Aussicht!
In Merzouga mussten wir unsere großen Koffer zurücklassen und unsere Kleidung und Vorräte für die kommende Nacht und den nächsten Tag in einen kleineren Rucksack stopfen. Als wir damit fertig waren, stiegen wir auf unsere Kamele.
Angeführt von einem Berber liefen die Kamele im Schritttempo über die unebenen orangefarbenen Dünen. Leider wehte während des gesamten Ritts ein heftiger Sandsturm, und wir mussten unsere Augen so oft wie möglich fest zusammendrücken und ein raues Unterholt ertragen. Das schmälerte allerdings nicht den Eindruck von der schönen Umgebung, durch die uns die Kamele führten. Die Sandlandschaft mit den hoch aufragenden Dünen veränderte sich ständig. Kilometer für Kilometer blickten wir auf gigantische Massen von winzigen Sandkörnern. Bis wir plötzlich eines der Zeltlager in der Nähe einer der größten Dünen, die ich bisher gesehen hatte, erblickten.


Sandboarding
Anderthalb Stunden lang saßen wir auf den riesigen Kamelen. Als sie sich plötzlich in den Sand setzten, war diese unglaubliche Erfahrung auch schon wieder vorbei!
Die freundlichen marokkanischen Berber begrüßten uns im Zeltlager in der Westsahara. Das Lager war komplett mit hohen Zäunen abgeschirmt, an denen Teppiche aufgehängt waren, sodass wir uns nicht mehr um die Sandstürme kümmern mussten. Der gesamte Boden war mit schönen, handgewebten marokkanischen Teppichen ausgelegt.
Wir wurden Zelten zugewiesen und konnten alle unsere Sachen dort lassen, damit wir endlich die Sahara mit unseren eigenen Füßen erkunden konnten.
Fast jeder lief die gigantischen Sanddünen hinauf und glaubt mir; es ist viel anstrengender, als man denkt! Von den Dünen aus hatten wir einen phänomenalen Blick über die wunderschöne Wüste, in der wir uns befanden. Sand und Dünen, so weit das Auge reicht. Beeindruckend!
Ein paar Dutzend Meter weiter ruhten sich unsere Kamele auf der sandigen Oberfläche aus, während wir alle wieder nach unten sprangen oder durch den Sand rollten.
Als die Berber uns ein Snowboard gaben, um an unseren Sandboarding-Fähigkeiten zu arbeiten, konnten wir natürlich nicht nein sagen. Sandboarding ist eigentlich dasselbe wie Snowboarding, nur auf Sand! Das Snowboard bewegt sich auf Sand viel langsamer als auf Schnee, und daran musste man sich erst einmal gewöhnen. Nachdem ich ein paar Mal gefallen und genauso oft wieder aufgestanden war – und dabei viel Sand in meinen Mund bekommen hatte – gelang es mir schließlich, eine der Dünen hinunter zu rasen. Sandboarding in der Sahara, check! Noch etwas, das ich von meiner Bucket Luist streichen kann!

Berbermusik
Leider konnten wir den Sonnenuntergang in der Sahara wegen des anhaltenden Sandsturms nicht wirklich genießen. Aber das nahmen wir uns nicht allzu sehr zu Herzen und genossen diese einen 3-tägigen Ausflug weiterhin.
Wir aßen eine köstliche Berber-Tajine und wurden anschließend zu einem Unterhaltungsabend mit den Sandnomaden eingeladen.
Das Lagerfeuer wurde angezündet und das Fest konnte beginnen.
Tamtams und alle Arten von Becken sorgten für schöne Melodien, und die Begeisterung der Berber sorgte schnell dafür, dass alle mittanzten. Gegen Ende des Abends versuchten einige andere Besucher inklusive mir, Klänge aus den Musikinstrumenten zu erzeugen, aber ich glaube, dass ich kein Talent dafür habe…
Nach einer wundersamen Nacht kroch ich leise zu meinem Zelt, wo ich übrigens kein Auge zutun konnte. Waren es die vielen Eindrücke vom letzten Tag oder der anhaltende Sandsturm in Kombination mit feiernden Berbern? Wer weiß…

Tag 3:
Leider neigte sich diese schöne Wüstentour in Marokko jetzt bereits dem Ende zu. Vom Zeltlager aus ging es früh am Morgen mit unseren Kamelen zurück nach Merzouga. Leider war der Himmel wegen des Sandsturms noch bedeckt, weshalb wir den Sonnenaufgang nicht genießen konnten. Aber auch ohne gutes Wetter bleibt der Wüstenausflug eine Erfahrung, die ich niemals vergessen werde!
Von Merzouga aus fuhren wir staubig und erschöpft etwa zehn Stunden zurück nach Marrakesch.
Wie groß ist die Sahara?
Groß. Sehr groß!
Es ist sogar die größte Sandwüste der Erde! Von Marokko aus erstrecken sich die orangefarbenen Dünen fast 5000 Kilometer weit bis nach Ägypten. Achte also darauf, dass du dich nicht verirrst. Es könnte eine Weile dauern, bis dich jemand findet…
Möchtest du deinen Wüstenausflug selbst organisieren oder eine Wüstentour in Marokko buchen?
Wenn man seine Wüstentour von Marrakesch aus selber plant, genießt man natürlich viel mehr Freiheit. Man kann seinen eigenen Zeitplan erstellen und dorthin gehen, wohin man will.
Während des dreitägigen Ausflugs fand ich es manchmal schade, dass wir wenig Zeit hatten, um sich Sehenswürdigkeiten wirklich in Ruhe anzusehen. Ich wäre gerne eine Stunde länger in Aït-Ben-Haddou geblieben und hätte gerne auch die Kasbah Taourirt von drinnen besichtigt. Auch bei der Wahl der Restaurants hat man wenig Mitspracherechte. Das Essen ist nicht schlecht, aber ich denke, dass man mithilfe von TripAdvisor noch bessere Restaurants finden kann.
Dennoch habe ich mich aus mehreren Gründen für eine organisierte Wüstentrekking entschieden. Der Preis ist unschlagbar günstig (€110, all-inclusive), man muss nicht selbst durch Marokko fahren (es gibt keine öffentlichen Verkehrsmittel in die Sahara und die Autofahrer sind hier verrückt!!!), und der Fahrer und die Reiseleiter sorgen dafür, dass man viel über die Orte, die man besucht, erfährt.
Normalerweise bin ich nicht so sehr an organisierten Ausflügen interessiert, sondern möchte lieber alles selbst entdecken, aber im Falle der Sahara in Marokko wusste ich nicht genau, wo ich damit starten sollte… Und natürlich wollte ich mein Leben auf den marokkanischen Straßen nicht aufs Spiel setzen!

Ausflüge in die Sahara in Marokko
Marokko grenzt an die größte Sandwüste der Welt. Und diesen orangefarbenen Sand solltest du auf keinen Fall verpassen! Ein Wüstenausflug von Marrakesch ist wirklich etwas, das man während seines Urlaubs in Marokko tun sollte.
Urlaub in Marokko
Möchtest du mehr als nur im größten Sandkasten der Erde spielen? Dann hast du Glück, denn Marokko hat so viel zu bieten, dass es eine Schande wäre, wenn du dir nichts anderes ansehen würdest… Schau dir einmal diese schönen Städtereisen und Angebote an:






